
Die Mythen zahlreicher Völker ranken sich um einen Vogel, der für Fortpflanzung, Wiedergeburt, Kraft, Unsterblichkeit, Wahrheit und Freiheit steht. Der Name Phönix geht auf das griechische phoinos zurück, was – seinem Gefieder entsprechend – rot oder auch purpurrot bedeutet. Der Phönix gilt als Wundervogel mit langer Lebensdauer, weil er sich immer wieder aus seiner eigenen Asche erneuert.
Der Phönix-Mythos erinnert an die Fähigkeit des Menschen, auch aus negativen Erfahrungen immer wieder erstarkt hervorzugehen. Wendepunkte und neue Entwicklungsphasen erfordern frische Zukunftsentwürfe, denn „Wenn das Leben keine Vision hat, nach der man strebt, nach der man sich sehnt, die man verwirklichen möchte, dann gibt es auch kein Motiv, sich anzustrengen.“ (Erich Fromm).
„Give up to go up!“. Damit eine neue Lebenswelt entsteht, müssen liebgewordene Bestandteile der bisherigen Vita auf den Prüfstand. Den damit verbundenen Schmerz gilt es zu ertragen und zu verarbeiten. Es kommt darauf an, unbekanntes Territorium Schritt für Schritt zu entdecken und zu gestalten. Bislang verborgene Leidenschaften und Begabungen wollen erkannt und gelebt werden. Neue Erfahrungen warten darauf, gemacht zu werden. Selbstgeschaffene geistige Werke sind dafür die Basis. Für die Reflexionskunst ergeben sich hieraus drei Ziele:
1. Persönliche und zwischenmenschliche Weiterentwicklung. Betreten von Neuland und das Wagnis neuer Erfahrungen. Hebung des Kompetenz- und Tätigkeitsniveaus auf eine höhere Stufe unter Beachtung des Peter-Prinzips.
2. Neuanfang und Wiedererstarken und nach einer großen Niederlage. Befreiung von Altlasten, die eine Neubelebung ermöglicht. Insbesondere hierfür steht die Redewendung „Wie Phönix aus der Asche“.
3. Transformation und Neuausrichtung der eigenen Lebensführung im Rahmen größerer Zeitabschnitte zur altersgerechten Lebensgestaltung oder zur Umstellung auf neue Lebenssituationen oder veränderte Werte und Ziele.